Mach doch mal ’ne Kreuzfahrt! – wir rĂ€umen mit typischen Vorurteilen auf

Nur alte Leute unternehmen Kreuzfahrten? Von wegen! Das Ferienknaller-Magazin rÀumt mit typischen (und bisweilen etwas dÀmlichen) Vorurteilen zur Kreuzfahrt auf!

Mit dem großen Ozeandampfer quer durchs Mittelmeer schippern oder von einer karibischen Insel zur nĂ€chsten – das ist fĂŒr viele Menschen ein echter Urlaubstraum. Doch ist das eine zeitgemĂ€ĂŸe Art des Urlaubs? Und kann ich als junger, unternehmungslustiger Mensch auf einer Kreuzfahrt Spaß haben? Das Ferienknaller-Magazin sagt: unbedingt! Und tatsĂ€chlich macht bereits die Geschichte der Kreuzfahrt sie sympathisch.


Die Geschichte der Kreuzfahrt

Der Begriff kreuzen stammt ursprĂŒnglich aus der Segelschifffahrt. Um gegen den Wind fahren zu können, mĂŒssen Segelschiffe kreuzen, also seitlich zur Windrichtung hin- und herfahren. Bei einer modernen Kreuzfahrt fahren die Schiffe ebenfalls hin und her, allerdings zum VergnĂŒgen der GĂ€ste.

Die erste belegbare Kreuzfahrt fand im Jahr 1844 statt. Die Firma Peninsular and Oriental Steam Navigation Company hatte eine Schifffahrtslinie zwischen England und der iberischen Halbinsel. Zudem gab es seit 1840 einen Postdienst nach Alexandria. 1844 folgte die erste Luxuskreuzfahrt nach Gibraltar, Malta und Athen. Erste BerĂŒhmtheit erlangten Kreuzfahrten durch Mark Twains Buch „Die Arglosen im Ausland“. Twain schreibt darin ĂŒber seine eigene Fahrt, die er 1867 selbst mitgemacht hatte. Damals war er mehrere Monate von New York bis ins Mittelmeer unterwegs.

Eine der ersten Deutschen Kreuzfahrtreederein war Hapag. Deren Generaldirektor Albert Ballin wollte seine Linienschiffe in den Wintermonaten auslasten. Die Passagierschiffe der Reederei lagen oft genug ĂŒber Monate vor Anker, da es im Nordatlantik zu wenig Kunden fĂŒr den Linienverkehr gab. Kurzerhand bot Ballin Kreuzfahrten in deutlich wĂ€rmeren GewĂ€ssern an. Zwei Monate lang ging es von Cuxhaven ĂŒber Gibraltar und Genua bis hin nach Jerusalem und Instanbul, bevor es ĂŒber einen weiteren Bogen vorbei an Malta, Neapel und Lissabon zurĂŒck nach Hamburg ging.

Bis in die spĂ€ten 1980er hinein blieben Kreuzfahrten lange Seereisen fĂŒr vor allem gut betuchte Menschen. Kreuzfahrten waren teuer und selten und daher lange Zeit nicht fĂŒr den Massentourismus zu gebrauchen. Doch Fernsehserien wie „Love Boat“ und spĂ€ter „Das Traumschiff“ weckten in den Menschen die Lust, selbst eine Kreuzfahrt zu unternehmen.

Mit immer grĂ¶ĂŸeren Schiffen und einem geĂ€nderten Konzept, war vor allem AIDA Cruises ein Vorreiter im Massenmarkt. Mit der Idee, Cluburlaub auf das Wasser zu bringen und 2000 Passagiere und mehr an Bord zu beherbergen, sanken die Preise und der Markt fĂŒr Kreuzfahrten wuchs. Heute sind die Schiffe kleine StĂ€dte mit zahlreichen Restaurants und Bars, diversen Freizeiteinrichtungen, Shows und unzĂ€hligen Unterhaltungsmöglichkeiten.

Vorurteil 1: Kreuzfahrten sind nur etwas fĂŒr Senioren

Über kaum eine andere Art des Urlaubs kursieren mehr GerĂŒchte und Vorurteile, als ĂŒber Kreuzfahrten. Wir erklĂ€ren, ob das alles auch wirklich so stimmt.

Das erste und auch eines der hartnĂ€ckigsten Vorurteile betrifft das Alter der FahrgĂ€ste. Kreuzfahrten seien nur fĂŒr Oma und Opa genau das richtige und entsprechend fĂ€nde man an Bord sehr viele Ă€ltere Besucher jenseits der 65 Jahre. Doch das stimmt so nicht.

Das komplette Konzept von bspw. AIDA Cruises setzt auf Cluburlaub auf dem Wasser. Dazu gehören dann auch die Animation, Disco, Party und ein passendes Unterhaltungsprogramm fĂŒr junge GĂ€ste und Familien. WĂ€ren nur Rentner auf Kreuzfahrtschiffen unterwegs, wĂŒrde dieses Konzept ĂŒberhaupt nicht funktionieren.

Das Klientel hÀngt auch von der Reisezeit ab

Sicherlich stimmt es, dass außerhalb der Ferienzeiten eher Ă€ltere Urlauber an Bord zu finden sind. Das lĂ€sst sich ganz leicht dadurch erklĂ€ren, dass die Familien mit schulpflichtigen Kindern gar nicht mitfahren können. Der Nachwuchs gehört in den Unterricht. Hier findet sich also das gleiche Bild, wie beim Tourismus an Land.

Nicht von der Hand zu weisen ist auch, dass besonders luxuriöse und daher eher teure Kreuzfahrten hĂ€ufiger von Ă€lteren Personen gebucht werden. Der Grund liegt dabei an den persönlichen Möglichkeiten. Denn je jĂŒnger ein Passagier an Bord, desto weniger Einkommen hat er rein statistisch gesehen.

Last but not least ist auch die LĂ€nge der Kreuzfahrt entscheidend. Reisen, die lĂ€nger als drei Wochen dauern werden eher von Senioren gebucht, weil andere Menschen nicht so viel Urlaub am StĂŒck erhalten. Wer nach einem langen Arbeitsleben seine verdiente Rente bekommt, hat die Zeit.

Vorurteil 2: Auf den Schiffen wird man schnell seekrank

NatĂŒrlich ist vor einer Kreuzfahrt, vor allem wenn man seine persönliche Jungfernfahrt antritt, die Seekrankheit ein Thema. Doch ganz so dramatisch, wie gerne dargestellt, ist das Ganze nicht.

ZunĂ€chst muss man erst einmal wissen, wie Seekrankheit entsteht. Die leichten Schaukelbewegungen des Schiffes registriert jeder Mensch durch sein Gleichgewichtsorgan im Innenohr. Wenn diese Bewegung nur gespĂŒrt aber nicht gesehen werden kann, droht Seekrankheit. Denn wĂ€hrend das Innenohr meldet, man wĂŒrde sich bewegen, melden die Augen: Nein, hier steht alles still. Diese Verwirrung kann das Gehirn fehlinterpretieren und es geht dann von einer Vergiftung des Körpers aus. Die Folge: Mögliche Giftstoffe mĂŒssen aus dem kĂŒrzesten Weg aus dem Magen entfernt werden, also veranlasst das Gehirn die letzte Mahlzeit wieder dort rauszuschicken, wo sie hergekommen ist.

Soviel zu den Ursachen. Allerdings mĂŒssen die Bewegungen schon relativ deutlich spĂŒrbar sein. Und genau hier haben die großen Kreuzfahrtschiffe einen Vorteil. Durch ihre GrĂ¶ĂŸe und einige technische Einbauten ist das so genannten „Rollen“, also die Wankbewegung des Schiffes auf ein Minimum reduziert. Große Kreuzfahrtschiffe schwanken also extrem wenig. Wenn du trotzdem auf Nummer sicher gehen willst, kannst du noch ein paar Sicherheitsmaßnahmen ergreifen.

Maßnahmen gegen Seekrankheit

In der Apotheke gibt es sehr wirksame Mittel gegen Seekrankheit, die frei verkÀuflich sind und dir im Notfall helfen. Und sonst:

  • Da Seekrankheit aus dem Zusammenspiel von spĂŒren und sehen entsteht, hilft es vielen Menschen, wenn sie die Bewegung auch sehen. Daher ist eine Außenbordkabine mit Fenster oder Balkon hilfreich. Manche stellen sich auch ein Glas, halbvoll mit Wasser auf den Tisch. Dort ist eine Bewegung des Schiffes direkt abzulesen.
  • Frische Luft hilft ebenfalls. Je wĂ€rmer und stickiger es in einem Raum ist, desto eher wird dir schlecht. Sorge fĂŒr Frischluft und du fĂŒhlst dich gleich besser.
  • Wenn nichts mehr geht, ab zum Bordarzt. Jedes Kreuzfahrtschiff hat einen Arzt oder sogar eine kleine Klinik an Bord. Dort wird dir auch bei Seekrankheit schnell und effektiv geholfen. Das Problem ist bekannt und mit dem richtigen Mittelchen wirst du die Übelkeit schnell ĂŒberwinden und den Rest der Reise genießen können.
    In der Apotheke gibt es sehr wirksame Mittel gegen Seekrankheit, die frei verkÀuflich sind und dir im Notfall helfen.

Vorurteil 3: Kreuzfahrten können sich nur reiche Leute leisten

Der Blick in die Geschichte zeigt: Kreuzfahrten waren eine Reise fĂŒr gut betuchte Leute. Heute sind sie lĂ€ngst im Massenmarkt angekommen. NatĂŒrlich sind nach oben kaum Grenzen gesetzt und wer absoluten Luxus an Bord möchte, der wird dafĂŒr auch entsprechend bezahlen mĂŒssen. Beim Vergleich mit einem Cluburlaub in einer 4-Sterne-Anlage mit All-inclusive und großem Programm mĂŒssen sich moderne Kreuzfahrten nicht verstecken. Hier sind die Preise durchaus vergleichbar. Vor allem AIDA Cruises und Costa Kreuzfahrten sind in diesem Segment zu Hause. Etwas teurer und hochwertiger sind die Angebote von TUI Cruises. DarĂŒber gibt es dann noch die absoluten Luxuskreuzfahrten, die gerne auch mal deutlich lĂ€nger als drei Wochen dauern. Hier ergibt sich der höhere Preis schon allein wegen der LĂ€nge der Reise.

Auch werden gerne die Nebenkosten ins Feld gefĂŒhrt. Allerdings sind die auch nicht anders, als an Land. Wenn du die Kosten von Beginn an genau im Blick haben möchtest, kannst du dir vorher genau einen Plan machen. Denn an Bord fallen fĂŒr die Verpflegung keine zusĂ€tzlichen GebĂŒhren an. Alle Anbieter verkaufen nur All-inclusive. Damit bist du an Bord komplett versorgt. Es gibt drei Mahlzeiten pro Tag, GetrĂ€nke und auch ein großes Freizeitangebot. Zu Mehrkosten kommt es, wenn du dich fĂŒr eines der zusĂ€tzlichen Restaurants an Bord entscheidest, denn nicht alle gehören zum All-Inclusive-Paket. Oder du möchtest bei bestimmten LandausflĂŒgen teilnehmen, auch dann zahlst du extra. Aber wenn du ehrlich bist, hast du das beim gewöhnlichen Urlaub an Land auch. Eintritte, Restaurantbesuche und dergleichen kosten hier ebenfalls extra, auch im All-Inclusive-Clubhotel.

Vorurteil 4: An Bord herrscht eine strenge Kleiderordnung

Pauschal kann man das nicht sagen. Bei Reisen mit den Schiffen von AIDA Cruises oder Costa Kreuzfahrten geht es nicht anders zu, wie im Clubhotel an Land. Deine Bekleidung richtet sich nach deinen persönlichen Vorlieben und natĂŒrlich nach dem Wetter. Da es an Deck schonmal windig werden kann, solltest du darauf vorbereitet sein, mehr aber auch nicht. Je nach Anbieter wird beim Abendessen etwas gedecktere Kleidung erwartet, MĂ€nner sollten also in langen Hosen kommen und Frauen nicht unbedingt in Hotpants. Ob das entsprechend an Bord gewĂŒnscht ist, erfĂ€hrst du meist schon bei der Buchung. Gibt es an Bord Veranstaltungen wie ein Galadinner oder Captainsdinner, dann könnte auch eine bestimmte Kleiderordnung damit verbunden sein. Doch keine Sorge, auch das erfĂ€hrst du frĂŒhzeitig. Ansonsten ist aber keine bestimmte Garderobe vorgeschrieben, mit einer Ausnahme: Im Saunabereich der Schiffe bist du nackt.

Vorurteil 5: Kreuzfahrtschiffe sind ökologisch bedenklich

Vor ein paar Jahren machte die Aussage des NABU die Runde, ein Kreuzfahrtschiff wĂŒrde so viel Schadstoff ausstoßen, wie mehrere Millionen PKW. Davon hat sich die Umweltorganisation inzwischen distanziert. Denn so einfach ist die Sache nicht.

Grundlegend gilt die Formel: Je moderner ein Kreuzfahrtschiff, desto weniger Schadstoffe produziert es auch. Die neuesten Schiffe von AIDA Cruises und Costa Kreuzfahrten fahren mit FlĂŒssiggas (LNG), was die Emissionen drastisch senkt. Doch auch die etwas Ă€lteren Schiffe, sind lĂ€ngst keine Dreckschleudern mehr. Hintergrund sind auch die gesetzlichen Bestimmungen. Denn vor allem in den HĂ€fen gelten fĂŒr diverse Schadstoffe enge Grenzwerte, die auch ein Kreuzfahrtschiff einhalten muss. Daher wird dafĂŒr schon lange kein Schweröl mehr als Treibstoff verwendet. Da die Schiffe auch ankernd weiterhin Strom benötigen, laufen die Maschinen auch im Hafen oft 24 Stunden lang. Doch durch moderne StromanschlĂŒsse der HĂ€fen ist dies immer seltener der Fall. Sobald das Schiff vertĂ€ut ist, kann es an diesen Stationen angeschlossen seine Maschine abstellen. Der flĂ€chendeckende Ausbau dieser Terminals ist derzeit im vollen Gange.

Auch hinkt der Vergleich zwischen Autos und Schiffen massiv. Denn die Schiffe sind eher KleinstĂ€dte auf dem Wasser mit allem, was dazugehört. Fitnesscenter, Kino, Restaurants und Hotelbetrieb sind hier auf einem Kiel. Wer die Ökobilanz korrekt aufmachen möchte, muss ein modernes Hotelresort mit dem Schiff vergleichen und hier kommt der Dampfer gar nicht so schlecht weg.

Unser Fazit zu Kreuzfahrten

An Bord mit der frischen Brise um die Nase herrlichen entspannen – das ist heutzutage auch mit kleinem Geldbeutel sehr gut möglich. Kreuzfahrten sind eine echte Alternative zum Landurlaub, zumal du binnen weniger Tage so viel Abwechslung bekommst, wie sonst nicht.