Die wichtigsten To-dos und Sehenswürdigkeiten der Türkei

Es gibt so viele Sehenswürdigkeiten in der Türkei, dass ein Beitrag eigentlich nicht reicht. Wir versuchen es trotzdem!

Neben den wunderschönen Stränden an der Türkischen Riviera, der Ägäis und der Lykischen Küste gibt es noch zahlreiche weitere Sehenswürdigkeiten der Türkei aus der bewegten Geschichte des Landes. Zeugnisse der antiken Kultur und Einflüsse verschiedener antiker Reiche wie die der Griechen, der Perser oder der Römer gibt es viele. Du kannst bei der Besichtigung dieser historischen Bauwerke und antiken Stätten mit ein bisschen Phantasie in die Lebenswelten vergangener Epochen eintauchen. Konkrete Tipps gefällig? Dann bitte weiterlesen!

 


Troja (Hisarlik)

Hoch im Norden der Türkei, in der Provinz Çanakkale im Nordwesten an der Ägäisküste kannst du die Überreste von Troja besichtigen. Hisarlik ist der türkische Name für einen etwa 15 Meter hohen Siedlungshügel. Die umliegende Landschaft wird Troas genannt.

Der Mythos von Troja und dem trojanischen Pferd ist Teil unserer Kulturgeschichte und geht auf den Dichter Homer zurück, der im „Ilias“ vom legendären zehnjährigen Krieg um Troja berichtet. Dieser began nach der Entführung der schönen Helena aus Sparta durch den Trojaner Paris. Im Ilias wird der Trojanische Krieg durch eine List beendet. Im Bauch eines überdimensionalen Holzpferds, dem trojanischen Pferd, versteckten sich griechische Soldaten, die so in die Stadt gelangten und nachts dem griechischen Heer das Stadttor öffneten. So entschieden sie den Trojanischen Krieg für sich.

Die Reste der Stadt aus der griechischen Mythologie wurden von dem deutschen Archäologen Heinrich Schliemann und dem Briten Frank Calvert, der Besitzungen auf dem Hügel Hisarlik besaß, im Jahr 1873 wiederentdeckt. Schliemann ließ einen 17 Meter tiefen Graben in den Hügel graben, um Troja zu finden. Die verwitterten Reste seiner Grabungen sind auch heute noch zu sehen. Sie befinden sich direkt neben den fünf Meter dicken Stadtmauern, die Troja vor Eindringlingen schützten. So wie Schliemann halten viele weitere Archäologen bis heute die Ausgrabungsstätte in Hisarlik für das mythologische Troja. Neun Ausgrabungsschichten dokumentieren hier 4300 Jahre Geschichte. Einen eindeutigen archäologischen Beweis, dass das Troja Homers wirklich existierte, gibt es jedoch nicht. Auf jeden Fall handelt es sich bei den Ausgrabungen um eine Siedlung aus der Bronzezeit. Die ältesten Schichten stammen aus der Zeit vor rund 3200 Jahren v. Chr. die jüngsten reichen bis ins 14. Jahrhundert n. Chr. Die Ausgrabungen dokumentieren, wie die Menschen in der Vergangenheit gelebt haben. Seit 1998 gehört die Ausgrabungsstätte zum Weltkulturerbe der UNESCO.

Am Eingang der Stätte steht eine Rekonstruktion des großen Trojanischen Pferdes aus Holz, das den Mythos lebendig werden lässt. Unbedingt auf die Liste der Sehenswürdigkeiten der Türkei schreiben, die du in deinem Urlaub besucht haben willst!

Kappadokien und Göreme

Die märchenhafte Vulkanlandschaft Kappadokien mit ihren Tuffsteinhöhlen und Feenkaminen gehört zu den außergewöhnlichsten Sehenswürdigkeiten der Türkei. Vor Millionen von Jahren lagerte sich hier Tuffasche ab, die durch Vulkanausbrüche der Vulkane Erciyes Dağı und Hasan Dağıin in die Luft gestoßen wurde. Die damalige Landschaft Kappadokiens wurde darunter begraben. Es entstanden neue Erdschichten in unterschiedlichen Härtegraden, die die tieferliegenden Sumpf- und Seenplatten zuschütteten. Wind und Wetter spülten das weiche Material aus und das Härtere blieb übrig. Eine neue Landschaft entstand. So haben sich auch die berühmten Feenkamine gebildet. An der Spitze befindet sich hartes Vulkangestein, das den darunterliegenden Sandstein vor Erosion geschützt hat.

Der Nationalpark Göreme mit seinen in Tuffsteinfelsen gehauenen Höhlen, ebenso einer der wichtigen Sehenswürdigkeiten der Türkei, liegt im Zentrum Kappadokiens und ist seit 1985 UNESCO Natur- und Kulturerbestätte. Im Open Air Museum kannst du in Felsen eingebettete Wohnräume und eine große Anzahl an kunstvollen Höhlenkirchen mit Fresken besichtigen. Das Gebiet ist seit 7500 vor Christus besiedelt. Es war ein wichtiges frühchristliches Zentrum, in dem bis ins 20. Jahrhundert noch Christen lebten, die im gesamten Zeitraum immer wieder verfolgt wurden. So höhlten die Menschen das weiche Tuffgestein aus und schufen Höhlen, also Lebensräume, in denen sie sich verstecken konnten. In diesen in Felsen gebetteten Wohnräumen haben bis vor nicht allzu langer Zeit noch Menschen gewohnt.

Absolute Sehenswürdigkeiten der Türkei sind auch die unterirdischen Städte Kaymakli und Derinkuyu, die in den 1960er Jahren freigelegt wurden und bis zu 14 Stockwerke unter die Erde gehen. Hier haben bis zu 30.000 Menschen mit ihren Tieren gewohnt. Du kannst auch heute noch hinabsteigen und dir Teile davon anschauen. Die Städte wurden zufällig entdeckt. Man vermutet, dass noch viele weitere Höhlensysteme in der Region vorhanden sind und nach und nach entdeckt und freigelegt werden.

 

 

Ballonfahrt in Kappadokien

Eine der größten Attraktionen und tollsten Sehenswürdigkeiten der Türkei, die du in deinem Urlaub nicht verpassen solltest,ist die faszinierende Landschaft von Kappadokien – von oben betrachtet, von einem Ballon aus.

Besonders schön ist eine Fahrt am frühen Morgen in der Morgenröte. Du schwebst mit vielen anderen Ballons im größten Fluggebiet der Welt für Heißluftballons über die Region. Genieße den spektakulären Blick auf die märchenhafte Landschaft und die vielen anderen Ballons, die als zahlreiche bunte Punkte ruhig über der Landschaft schweben. Die Fahrt endet nach einer Stunde und du bist um eine unvergessliche Erinnerung reicher.

 

Übernachten in einem Höhlenhotel

Vielleicht nicht direkt eine der Sehenswürdigkeiten der Türkei, aber ein unbedingtes To-Do. Wenn du die vielen Attraktionen von Kappadokien in Ruhe genießen willst, lohnt auch eine Übernachtung vor Ort, in einem der Höhlenhotels. Auch das ist ein ganz besonderes Erlebnis. Exemplarisch für die urigen Hotels, die sich direkt in den Höhlen Kappadokiens befinden oder in diese integriert sind, stellen wir dir hier zwei vor.

 

Agarta Cave Hotel

Das liebevoll geführte kleine Boutique Hotel liegt direkt im Göreme Nationalpark, ein bisschen abseits vom Trubel also dem Zentrum Göremes entfernt, aber so zentral, dass du direkt von der Terrasse aus die Ballons sehen kannst, die über das Gebiet fliegen. So ist das Frühstück auf der Terrasse auch schon ein Erlebnis. Du befindest dich im Zentrum der zauberhaften Landschaft Kappadokiens. Die Höhlenzimmer sind charmant, malerisch und komfortabel, ganz dem Geist des Ortes angemessen. Das Personal ist sehr freundlich und serviceorientiert. Das Hotel erhält regelmäßig die besten Empfehlungen in den diversen Bewertungsportalen.

 

Yunak Evleri Hotel

Das im kleinen Ort Ürgüp gelegene erstklassige Höhlenhotel bietet dir neben vielen stilvollen und luxuriösen Höhlenzimmern in authentischer Atmosphäre viele Zusatzleistungen. Du kannst hier Wellness genießen mit Dampfbad und Thai Massage oder mit deinem Partner romantische Stunden erleben mit dem Wedding&Honeymoon-Angebot. Es gibt eine Suite mit einem eigenen Pool auf der Terrasse mit Blick in die Höhlenlandschaft. Das Essen ist hervorragend mit einem Vier-Gänge-Menü am Abend im Hotel-Restaurant. Vom Hotel aus kannst du alle Sehenswürdigkeiten und Aktivitäten direkt buchen, sei es eine Fahrt mit dem Heißluftballon oder Touren per Pferd, mit dem Mountainbike oder zu Fuß durch die märchenhafte Landschaft Kappadokiens. Lass dich verzaubern.

Pergamon (Türkische Ägäis)

Zwischen Troja und Izmir liegt Bergama. Dort befinden sich die weitere wichtige Sehenswürdigkeiten der Türkei: die Ruinen der antiken griechischen Stadt Pergamon. Der 330 Meter hohe Burgberg über dem heutigen Bergama wurde seit dem 6. Jahrhundert v. Chr. besiedelt und blühte in der Epoche des Hellenismus zu einer antiken Weltstadt auf. Mit der Seilbahn kannst du die Ruinen von Pergamon bequem erreichen.

Die riesige Anlage umfasst viele interessante Bauten. Die Akropolis von Pergamon wurde von den Attaliden, die lange Zeit regierten, nach dem Vorbild der Akropolis von Athen umgebaut. Der Pergamonaltar war den Göttern Athena und Zeus gewidmet. Er stand auf einem Sockel unterhalb der Akropolis von Pergamon. Der Altar war 35,64 Meter breit und 33,40 Meter tief. Seine Ruinen wurden 1902 Stück für Stück nach Berlin gebracht und dort wieder zusammengesetzt. Das geschah offiziell mit Erlaubnis der türkischen Regierung. Der Altar ist heute das Herzstück des Pergamon Museums auf der Museumsinsel in Berlin.

Besonders beeindruckend ist das Amphitheater, das 10.000 Sitzplätze fasst und an einem steilen Hügel unterhalb der Akropolis liegt. Die Sitzplätze des Theaters sind hervorragend erhalten. Eine überdachte Treppe führt oberhalb des Theaters zu den Sitzrängen hinunter. Du hast von hier aus eine faszinierende Panorama-Aussicht auf die Umgebung mit ihrer herrlichen Natur.

 

Wo das Pergament entwickelt wurde

Pergamons ältester Tempel ist das vor 2.400 Jahren gebaute Athena-Heiligtum. Daneben befindet sich die vor 2200 Jahren erbaute Bibliothek, die zweitgrößte Bibliothek der antiken Welt. Die Sammlung soll bis zu 200.000 Buchrollen umfasst haben. Nach einer Legende wurde das Pergament in Pergamon erfunden und deshalb auch nach der Stadt benannt. Als der ägyptische König Ptolemaios, in dessen Einflussgebiet sich die größte Bibliothek der damaligen Zeit befand, offenbar aus Konkurrenzgründen, den Export von Papyrus nach Pergamon verbot, habe man ein neues Schreibmaterial für die Buchrollen erfunden: das Pergament aus feiner Kälberhaut. Da es jedoch Funde noch älterer Pergamentreste gibt, geht man heute davon aus, dass die Namensgebung darauf zurückgeht, dass in Pergamon der Beschreibstoff qualitativ bedeutend verbessert, aber nicht erfunden, wurde.

Weiterhin kannst du das Trajaneum, auf der höchsten Stelle der Akropolis bewundern. Das Gebäude wurde während des Römischen Reichs Kaiser Trajan gewidmet. Anhand der Ruinen eines Gymnasions kannst du dir bildhaft vorstellen, wie vor 2.200 Jahren Schüler hier gelernt haben. Hervorragend erhalten sind Teile der Stadtmauern von Pergamon, die auch begehbar sind.

Hervorzuheben ist noch das antike „Gesundheitszentrum“ Asklepieion. Asklepios war der griechische Gott der Heilkunst. Das Asklepieion von Pergamon steht zwei Kilometer westlich der Akropolis von Pergamon. Die Menschen kamen hierher, um ihre Krankheiten heilen zu lassen. Zum Asklepieion gehören Bäder mit einem heiligen Brunnen, ein Theater und mehrere Tempel.

Dies ist nur ein kleiner Teil der vielen beeindruckenden antiken Bauten und zum Teil sehr gut erhaltenen Ruinen, die du in Pergamon sehen kannst. Die Anlage ist ein absolutes „Muss“ für alle Geschichtsinteressierten, aber auch ohne besondere Vorkenntnisse wird hier die Geschichte lebendig.

Pamukkale

Baumwollschloss heißt die Übersetzung für diesen einzigartigen Ort im Südwesten der Türkei nahe der Stadt Denizli. Die weißen, wie Watte aussehenden Kalksinter-Terrassen entstanden durch die Verdunstung des heißen, kohlesäurehaltigen und kalziumreichen Thermalwassers, dass dort den Quellen entspringt. Dass Thermalwasser eine heilende Wirkung hat, wussten schon die Römer vor 2000 Jahren. Zahlreiche Menschen mit diversen Krankheiten fanden den Weg hierher, um in den Becken mit dem heilenden Wasser zu baden. Heute gehören die Kalksinterterrassen zum UNESCO Weltkulturerbe und das Baden in den Original-Becken ist aus Naturschutzgründen seit 20 Jahren verboten.

Betreten darfst du die terrassenförmig angeordneten Becken immer noch, jedoch nur barfuß. Im nahen Kleopatra Bad kannst du im Schatten von Bäumen das heilende Thermalwasser und einen herrlichen Ausblick genießen. Von Antalya aus werden regelmäßig Touren nach Pamukkale angeboten.

Ephesos

In der Nähe der türkischen Ägäis, rund 70 Kilometer südlich von Izmir und nicht weit von Pamukkale entfernt, befindet sich das bekannteste Kulturdenkmal der Türkei. Ephesos ist eines der sieben Weltwunder der Antike.

Die Stadt war mit 250.000 Einwohnern eine der bedeutendsten Metropolen im antiken Kleinasien – und ist heute eine der ebensolchen Sehenswürigkeiten der Türkei. Die großen Handelsrouten zwischen Europa und Asien führten alle durch Ephesus, weshalb sich viele reiche Händler dort niederließen. Die Schönheit und der Luxus der Großstadt waren in der ganzen antiken Welt bekannt. Im Jahre 560 erbauten die Einwohner unter der Herrschaft des Königs Kroisus, heute uns bekannt als „Krösus“, den größten griechischen Tempel zu Ehren der Göttin Artemis, der bis dahin je gebaut wurde. Über 100 Marmorsäulen mit einer Höhe von 18 Metern und einem Gewicht von 20 Tonnen pro Stück standen in Reihen an der Vorderseite des Tempels. Insgesamt war der Tempel 55 Meter breit und 115 Meter lang, die Türen waren mit Gold verziert. Im Innenhof stand eine Kultstatue der Artemis, gefertigt aus Weinrebenholz und verziert mit Gold und Silber. Durch Brandstiftung wurde 356 vor Christus ein großer Teil des Tempels zerstört.

 

Eines der sieben Weltwunder der Antike: Tempel der Artemis

120 Jahre später bauten die Bewohner von Ephesus den Tempel neu auf, noch größer und prächtiger als vorher, auf einem Podium. Im Innern des Tempels, im Raum der Priester, befand sich wieder eine zwei Meter große Statue der Artemis. Die Göttin Artemis ist in der griechischen Mythologie die Zwillingsschwester von Apoll und die Tochter von Zeus. Sie gilt als Göttin der Fruchtbarkeit, der Jagd und des Krieges. Rund 500 Jahre konnte der Tempel der Artemis bewundert werden, bis die Goten im Jahr 262 nach Christus die Stadt und damit auch den Tempel zerstörten.

Viele Säulen und Fassaden von Ephesus stehen noch oder wurden erneut aufgebaut, wie die Fassade der ehemaligen Celsus Bibliothek, die bis zu 12.000 Papyrusrollen beherbergte. Im Eingang der Bibliothek standen vier weibliche Statuten Sophia, Arete, Ennoia und Episteme, die noch heute gut erhalten sind. Sehenswert ist auch das riesige römische Amphitheater, das dir die Größe des alten Ephesus am eindrucksvollsten näherbringt. Es hatte 30.000 Sitzplätze mit einem herrlichen Blick auf die Umgebung und den einstigen Hafen, der heute weit vom Meer entfernt liegt.

Mitte des 19. Jahrhunderts entdeckte der Brite John T. Wood die Ruinen von Ephesus, die heute zu den am besten erhaltenen antiken Fundstätten der Welt zählen.

Aspendos

Aspendos war ebenfalls eine antike Stadt an der Südküste der Türkei in der Nähe der Stadt Serik.

Das Theater aus römischer Zeit gilt als eines der besterhaltenen Theater der Antike im Mittelmeerraum. Es ist rund 1800 Jahre alt und wird auch heute noch für eher kleine oder ruhige Veranstaltungen, zum Beispiel Ballettfestivals, genutzt. Luciano Pavarotti und José Carreras traten hier auf. Es fand auch einmal eine Open-Air Sendung „Wetten, dass“ dort statt.

Heute wird das antike Theater nicht mehr für derartige Großveranstaltungen verwendet, weil das zu Schäden an der Bausubstanz geführt hat. Als Alternative hat man in der Nähe die „Gloria Aspendos Arena“ gebaut.

Topkapi-Palast, Hagia Sophia und Blaue Moschee

Istanbul, die faszinierende Millionenmetropole am Bosporus und Kulturhauptstadt der Türkei beherbergt gleich drei der Top-Sehenswürdigkeiten, die du in deinem Türkeiurlaub gesehen haben solltest.

Der Topkapi-Palast ist der beeindruckendste Sultanspalast der Türkei, wo die osmanischen Sultane mit ihrem Harem lebten. Der Komplex umfasst rund 700.00 Quadratmeter und ist in vier Innenhöfe unterteilt, die jeweils durch eigene Tore betreten werden können. Er besteht aus mehreren Gebäuden. Die Anlage wurde bis zum 18. Jahrhundert immer wieder erweitert und überarbeitet. Der Palast bot einen weiten Blick über den Bosporus und war durch seine hohen Mauern gut geschützt, die ihn vom Rest der Stadt trennten und ihn an der Küstenseite des Marmara Meeres vor den Gefahren vom Wasser sicherten. Der Komplex ist heute ein weitläufiges Museum und beinhaltet kleine Pavillons, Empfangsräume, Gärten, Küchen, Bäder, Ateliers, Moscheen und Bibliotheken. Nicht zu vergessen den Harem, wo du die Faszination aus 1001 ganz nah erleben kannst. Im Bild siehst du die prunkvoll dekorierte Audienz- und Thronhalle des Sultans.

 

Hagia Sophia

In der Nähe des Topkapi-Palasts liegt einer der weltberühmten Sehenswürdigkeiten der Türkei: die „Kirche der Heiligen Weisheit“, Hagia Sophia. Sie wurde im 6. Jahrhundert nach Christus auf den Resten einer im Jahre 325 errichteten Basilika erbaut. Bis zum Ende des Byzantinischen Reiches war die Hagia Sophia religiöser Mittelpunkt der Orthodoxie, anschließend bis zur osmanischen Eroberung war sie dann römisch-katholische Kathedrale und bis zur Fertigstellung vom Petersdom in Rom das grösste christliche Gotteshaus der Welt.

Mit der Eroberung wurde die Kirche schließlich Hauptmoschee der Osmanen. Man errichtete vier Minarette, eine Gebetsnische nach Mekka, eine Zisterne und einen Hof. Die christlichen Insignien wurden entfernt oder durch Putz verdeckt und in heutiger Zeit wieder freigelegt. Bestaune die herrlichen byzantinischen Mosaike und Friese und die Ornamente aus blauen İznik-Fliesen. Die Hagia Sophia ist das bedeutendste Beispiel für eine Kuppelbasilika. Die monumentale Kuppel beherrscht den gesamten Innenraum. Es ist die erste Kuppel zu dieser Zeit, die nur auf vier Pfeilern ruht und scheinbar über dem Raum schwebt.

Die blaue Moschee

Wenige Schritte von der Hagia Sophia entfernt ist die bei uns als Blaue Moschee bezeichnete Sultan-Ahmet-Moschee. Sie hat wegen ihres Reichtums an blau-weißen Fliesen an der Kuppel und dem oberen Teil der Mauern in Europa den Namen „Blaue Moschee“ erhalten. Es ist die einzige Moschee der Welt, die sechs Minarette hat. Die Hauptmoschee in Mekka und die Prophetenmoschee in Medina haben mehr. Der Gebetsraum ist mit 53 mal 51 Metern fast quadratisch. Die Hauptkuppel hat einen Durchmesser von circa 23 Metern und ist 43 Meter hoch. Rund 260 Fenster, deren bunte Glasscheiben Nachbildungen der Originale aus dem 17. Jahrhundert sind, erhellen den Innenraum.

 

Sehenswerte Nationalparks

Wenn du die Natur liebst, lohnt es sich, einige der zahlreichen Nationalparks mit ihrer Artenvielfalt und ursprünglichen landschaftlichen Schönheit zu erkunden. Zu den sehenswerten Parks gehören Aladaglar und Sultansazligi in Kappadokien, Uludag bei Bursa oder Saklikent an der lykischen Küste. Hier ist der mächtige Canyon eine Attraktion, der sich durch das Taurusgebirge zieht. Du erreichst die 18 Kilometer lange Schlucht von Kas oder Fethiye aus. Auch der Berg Güllük über der Küste von Antalya steht als Nationalpark unter Naturschutz und ist eine Wanderung wert. Im nördlichen Teil der Türkei befindet sich das Naturschutzgebiet Yedigöller mit insgesamt sieben Seen. Rotwild, Wölfe, Wildschweine und Füchse sind hier Zuhause.

Myra – Die Heimat von Nikolaus und die Lykischen Felsengräber

Die Ruinen der antiken Stadt Myra liegen in der Provinz Antalya bei der Stadt Demre. In Myra befindet sich die Grabeskirche von Nikolaus. Sie wurde zu Ehren des Bischofs Nikolaus von Myra errichtet, der in der ersten Hälfte des 4. Jahrhunderts hier lebte und wirkte. Auf ihn geht auch der Nikolausbrauch bei uns zurück. Es ranken sich viele Legenden um seine Person. Beispiele sind die Mitgiftspende, das Kornwunder oder die Stillung des Seesturms, um nur einige zu nennen. Sein ererbtes Vermögen verteilte Nikolaus unter den Notleidenden. Seine Reliquien wurden noch vor der Eroberung der Stadt Myra im Jahr 1087 von süditalienischen Kaufleuten geraubt und ins italienische Bari überführt. Hier entstand ein eigener Kult um Nikolaus von Myra.

Die Stadt Myra hatte zum Ende des römischen Reichs eine wichtige Bedeutung, Sie war Verwaltungshauptsitz der von Kaiser Theodorus neu gegründeten Provinz Lykien. Später wurde der Ort von arabischen Truppen geplündert und anschließend von den Seldschuken angegriffen. Myra erholte sich von diesen Eroberungen nicht mehr und verlor an Bedeutung. Die Ruinen der Stadt versanken im Laufe der Jahrhunderte im Schlamm des Demre Flusses. Seit Mitte der 60er Jahre werden sie freigelegt. Mit der Ausgrabungsstätte ist auch die Stadt Demre gewachsen, die sich heute dort befindet. Noch immer muss ein großer Teil der Ruinen von Myra ausgegraben werden. Das, was bereits zu sehen ist, lohnt aber eine Besichtigung. Eine bezahlte Führung durch die Ausgrabungsstätte ist auf jeden Fall empfehlenswert.

Die Felsengräber von Myra

Neben der Nikolausbasilika sind die gut erhaltenen Felsengräber der Lykier die Hauptattraktion von Myra. Die Lykier glaubten, dass die Seele eines Toten mit Hilfe von Vogeldämonen in den Himmel gelangt. Dies war ein Grund, warum die Gräber möglichst hoch angelegt wurden. Sie sind im Stil der lykischen Wohnhäuser erbaut und teilweise mit Skulpturen und Reliefs verziert. Nur reiche Bürger konnten sich ein Grab im Felsen leisten. Die Felsengräber können heute zum Teil besichtigt werden, aber auch nur ein Blick hinauf ist schon sehenswert. Myras Felsengräber sind, neben denen von Fethiye, die am besten erhaltenen ihrer Art.

Die versunkene Stadt Kekova

In der Nähe von Demre, an der Nordseite der kleinen Insel Kekova, befinden sich die Ruinen der versunkenen antiken Stadt Kekova. Diese Sehenswürdigkeiten der Türkei waren unter den Namen Dolikhiste, Caravola und Apollonia bekannt. Die Stadt wurde nach einem Erdbeben im 2. Jahrhundert zerstört, später erneut aufgebaut und versank nach einem weiteren Erdbeben im 10. Jahrhundert im Meer. Die Ruinen des „türkischen Atlantis“ sind unter der Wasseroberfläche gut zu erkennen. Besonders bekannt ist ein Steinsarkophag, der noch etwas aus dem Wasser ragt. Du kannst die versunkene Stadt per Ausflugsboot besichtigen. Durch eine im Rumpf eingelassene Glasplatte siehst du Mauerreste, Teller, Vasen und weitere Gegenstände der antiken Stadt unter Wasser. Du siehst antike Treppenstufen, die ins Wasser hinabführen, Hausruinen, untergegangene Fundamente und altertümliche Hafenanlagen.

Die gesamt Region Kekova steht unter Naturschutz. Schwimmen, Schnorcheln oder Tauchen rund um die versunkene Stadt ist verboten. In der In der Regel stoppen die Boote etwas entfernt von Kekova noch einmal und geben dir nach der Besichtigung Gelegenheit zum Schwimmen und Schnorcheln im kristallklaren Wasser.

Die brennenden Steine Yanartas-Chimaira

Cirali liegt 72 Kilometer südlich von Antalya, ist für seinen Ökötourismus bekannt – und gehört zu den tollsten Sehenswürdigkeiten der Türkei. Das Tal in dem sich Cirali befindet, wurde vor einigen Jahren bereits unter Naturschutz gestellt. Seither ist die Region auch unter dem Namen Olympos-Nationalpark bekannt. Von Cirali aus gibt es einen Wanderweg, der bis zu den Gasfeldern von Yanartas bzw. Chimaira führt. Es handelt sich um ein Jahrtausende altes Naturphänomen, das dazu führt, dass an mehreren Stellen in zwei getrennten Arealen Feuer aus dem felsigen Boden eines Berghanges schlägt.

„Das Feuer entsteht durch Verbrennung von Gasen, die aus Rissen, Spalten und kleineren Öffnungen eines felsigen Abhangs austreten. Die Zusammensetzung lässt sich nicht eindeutig bestimmen – offenbar wechselt sie ebenso wie Menge und Austrittsstellen in den vergangenen Jahrhunderten. Heute ist der Hauptanteil Methan mit knapp 60 Prozent, Stickstoff ist zu etwa 30 Prozent und Sauerstoff zu etwa 10 Prozent enthalten.“*(Wikipedia)

Das feuerspeiende Fabelwesen Chimaira wurde hier besiegt

Erwähnungen der „ewigen Feuer“ gibt es bereits in der griechischen Mythologie, wo Chimaira ein feuerspeiendes Fabelwesen gewesen ist. Es hatte einen Ziegenkörper mit Löwenkopf und Drachenschwanz. In Homers Illias ist die Chimaira das Ungeheuer, das Bellerophon, der Sohn des Meeresgotts Poseidon töten musste, um sein Todesurteil in Folge einer Verleumdung, aufzuheben. Mit Hilfe des fliegenden Pferdes Pegasus und einer List, brachte er das Ungeheuer zur Strecke. Das führte zu einer Explosion, nach der das brennende Ungheuer Chimaira unter Geröll und einer Steinlawine begraben wurde. Doch durch die Spalten der Steine dringen weiterhin die Flammen des besiegten brennenden Ungeheuers an die Oberfläche.

Einer weiteren Sage nach soll die Fackel der ersten olympischen Spiele an den Yanartas-Chimaira entzündet worden sein. Lange Zeit hat ein griechischer Tempel an der Stelle gestanden, wo die Chimaira ihr Ende gefunden haben soll. Dies belegen 2.700 Jahre alte Ruinen. Du merkst schon: Diese Attraktion darf auf deiner Liste der Sehenswürdigkeiten der Türkei nicht fehlen.

Ein kurzer Wanderweg führt zu den brennenden Steinen

Von Cirali aus kannst du in einer halben Stunde zu den Flammen von Yanartas-Chimaira wandern. Du startest an einem kleinen idyllischen Teegarten am Fuß des Hügels und wanderst dann auf einem befestigten Steinweg und über Treppen zu den brennenden Steinen hinauf. Heute treten die Flammen im ersten Feld etwa einen halben Meter hoch aus den Felsen heraus. Früher, zur Zeit der Römer, sollen die Flammen circa zwei Meter hoch gewesen sein. Die Flammen am zweiten Gasfeld weiter oben am Hügel sind kleiner und unscheinbarer. Der Eintritt auf die flammenden Gasfelder von Yannartas-Chimaira ist kostenlos.

Etwas ganz Besonderes ist es, die brennenden Steine kurz nach Sonnenuntergang zu besuchen. So sind die Flammen noch viel besser zu sehen. Organisierte Ausflüge kannst du von Cirali oder den umliegenden Orten aus buchen. Mit Taschenlampe, Gitarre und Würstchen, die du an einem langen Stock in die Flammen halten kannst, erlebst du hier einen unvergleichlichen Abend.